Lost Place: Teppichfabrik M. Protzen & Sohn / VEB Fernsehelektronik

Ich bin schon ganz gespannt auf das Wochenende des offenen Denkmals in Berlin, denn dann kann man erfahren wie es mit Alt-Stralau weitergehen wird. Vor allem mit dem Denkmalschutz, der zugunsten von Townhäusern und teuren Appartements ausgehebelt wird. Ich war vor ein paar Wochen dort und war geflasht, von dem was dort entstanden ist. Schicke Häuser direkt an der Spree, der Bootssteg vor dem Haus, Segelboote mittlerer Größe wiegen sich im Wind, aber auch Naturschutzzonen und alte Fabrikgebäude, die irgendwie umgebaut werden. Berlin scheint hier ganz weit weg. Zum Gelände gehört auch die alte Teppichfabrik, vielleicht eher bekannt als VEB Fernsehelektronik. 1955 zog das Werk für Fernsehelektronik ein, das 1959 den Schornstein errichtete, die Gebäude umbaute und als Betriebsberufsschule nutzte. Nach dem Ende der DDR schlossen sich auch die Werkstore in Alt Stralau 4.

 

Die Immobilie wurde von der Treuhandanstalt verwaltet, die Industriebrache war zeitweise ein willkommener Ort für illegale Szeneparties, dennoch wurden im September 1995 Fabrikgebäude, Direktorenvilla, Remise und ein Teil des Villengartens unter Denkmalschutz gestellt. Jetzt stehen dort überall Schilder zum Verkauf von Eigentumswohnungen. Mein Bilder sind im letzten Winter entstanden und mir hat es dieses Graffiti besonders angetan.

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Es handelt sich hier um „Monkey see, monkey do“ vom Duo HERAKUT. Immer wenn die S-Bahn daran vorbei fährt, freue ich mich über dieses Streetart-Kunstwerk. Das restliche Gelände ist nicht mehr vollständig erhalten und teilweise abgesperrt, aber ich habe das Ganze auch nicht unter dem Aspekt „Lost Places“ angesehen.

 

 

 

 

 

Wie man sieht, hatte ich nur mein iPhone dabei und verschiedene Apps benutzt. Das Wetter war schlecht und die Filter betonen es noch mehr. Sorry, wenn man fast nichts mehr erkennt. Das Ganze liegt zwischen dem Bahnhöfen Ostkreuz und Treptower Park.

Die Glasfabrik auf der Halbinsel Stralau

UPDATE:

In den letzten Jahren konnte man sehen wie die Stralauer Halbinsel zwischen Treptow und Friedrichshain immer mehr zugebaut wurde. Mit superteuren Apartements, zum Teil mit eigener Bootsanlegestelle und schönem Blick ins Grüne. Das ist auf der Halbinsel leider sehr zurückgedrängt worden (meine Beobachtung in den letzten Jahren), sehr schade. Allerdings gab es da ja noch einige Industriegebäude, die unter Denkmalschutz stehen – wie die alte Glasfabrik. Darüber hatte ich damals geschrieben.

Die beiden besprayten Backsteingebäude standen seit 1997 leer und nun haben dort offensichtlich Bauarbeiten begonnen. Glaubt man dem Internet, denn dort habe ich das hier gefunden:

„BAUGRUPPE GLASHÜTTE ALT STRALAU

Auf der Halbinsel Stralau, im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, verwirklicht sich die Baugruppe Glashütte Alt Stralau in insgesamt 46 Wohnungen und 2 Gewerbeeinheiten.
Durch Umnutzung des denkmalgeschützten Werkstattgebäudes der ehemaligen Glashütte entstehen Wohnraum und Gewerbeeinheiten. Das Gebäude wird von außen weitestgehend rekonstruiert. Zusätzlich wird ein 5-geschossiger Neubau errichtet, der südlich des Bestandsgebäudes seinen Platz findet.

Die Baugruppe hat sich selbst dazu verpflichtet, dass 6 Mietwohnungen 10 Jahre lang mit einer Mietobergrenze von 8,50 €/m² versehen sind und dadurch bezahlbarer Wohnraum entsteht. Darüber hinaus dürfen Wohneinheiten innerhalb dieser 10 Jahre auch nur höchstens zu den Herstellungskosten verkauft werden, um kurz- und mittelfristige Spekulationen auszuschließen.“ (http://baugruppen-in-berlin.de/projekte/aktuelle-projekte/baugruppe-glashuette-stralau/)

Ich hätte zwar gedacht, dass das nicht möglich ist, aber da die Wirklichkeit sieht anders aus. Die Selbstverpflichtung ist genau das und wenn von 46 Wohnungen, 6 bezahlbar sein sollen, bleiben noch 40 ohne eine Obergrenze und wer weiß wie hoch die Herstellungskosten sind (bei Einhaltung von Denkmalschutzvorgaben sich nicht wenig) und 10 Jahre sind ja schnell vorbei. Aber aus mir spricht natürlich nur den Neid eines Normalos, der nicht so nah an der S-Bahn wohnen möchte.

In Erinnerung an den „Lost Place“ Glasfabrik ein paar Fotos. Das eingerüstete Gebäude konnte ich nicht fotografieren, es ist ja Baugelände.

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Lost Place: Teppichfabrik M. Protzen & Sohn / VEB Fernsehelektronik

Ich bin schon ganz gespannt auf das Wochenende des offenen Denkmals in Berlin, denn dann kann man erfahren wie es mit Alt-Stralau weitergehen wird. Vor allem mit dem Denkmalschutz, der zugunsten von Townhäusern und teuren Appartements ausgehebelt wird. Ich war vor ein paar Wochen dort und war geflasht, von dem was dort entstanden ist. Schicke Häuser direkt an der Spree, der Bootssteg vor dem Haus, Segelboote mittlerer Größe wiegen sich im Wind, aber auch Naturschutzzonen und alte Fabrikgebäude, die irgendwie umgebaut werden. Berlin scheint hier ganz weit weg. Zum Gelände gehört auch die alte Teppichfabrik, vielleicht eher bekannt als VEB Fernsehelektronik. 1955 zog das Werk für Fernsehelektronik ein, das 1959 den Schornstein errichtete, die Gebäude umbaute und als Betriebsberufsschule nutzte. Nach dem Ende der DDR schlossen sich auch die Werkstore in Alt Stralau 4.

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Die Immobilie wurde von der Treuhandanstalt verwaltet, die Industriebrache war zeitweise ein willkommener Ort für illegale Szeneparties, dennoch wurden im September 1995 Fabrikgebäude, Direktorenvilla, Remise und ein Teil des Villengartens unter Denkmalschutz gestellt. Jetzt stehen dort überall Schilder zum Verkauf von Eigentumswohnungen. Mein Bilder sind im letzten Winter entstanden und mir hat es dieses Graffiti besonders angetan.

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Es handelt sich hier um „Monkey see, monkey do“ vom Duo HERAKUT. Immer wenn die S-Bahn daran vorbei fährt, freue ich mich über dieses Streetart-Kunstwerk. Das restliche Gelände ist nicht mehr vollständig erhalten und teilweise abgesperrt, aber ich habe das Ganze auch nicht unter dem Aspekt „Lost Places“ angesehen.

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