Schloss Köpenick

Das Köpenicker Schloss ist noch kein Touristenmagnet, vielleicht weil es nicht im Zentrum der Stadt liegt. Dabei kann man es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen – die S-Bahn-Station ist Spindlersfelde Ost, ansonsten geht es mit der Straßenbahn oder dem Bus direkt zum Schloßplatz.

unbenannt-03-13

Der dreigeschossige Barockbau (1677-1682), auf der Schloßinsel gelegen, hat eine wechselvolle Geschichte. So war es Depot für die preußische Armee, Staatsgefängnis, Lehrerseminar. Seit 1963 befindet sich das Kunstgewerbemuseum darin. Der Schloßpark ist auf drei Seiten von der Dahme umgeben und wunderschön angelegt. Mit seinen Bäumen, darunter eine über 350 Jahre alte Flatterulme sowie Schwarznuß- und Tulpenbäumen, ein Ginko- und ein Mammutbaum sowie Magnolien und die vielen Rhododendronbüschen lädt er zu allen Jahreszeiten zu einem kleinen Rundgang ein.

unbenannt-03-6

Von 1998 bis 2003 wurde das Schloß saniert und Ende Mai 2004 wieder eröffnet. Das Kunstgewerbemuseum Berlins beherbergt zahlreiche wertvolle Ausstellungsstücke.

schlossköpenick schlossköpeni schlossstatue

Motive:
Das Schlossgebäude mit dem wundervollen Park, in dem man außerdem verschiedene Statuen und Kunstwerke aus DDR-Zeiten findet.
Die von Johann Arnold Nering 1683-1685 erbaute Schlosskapelle, gilt als erster protestantischer Sakralbau der Mark Brandenburg.

Wo:
Schloss Köpenick, Schlossinsel, 12557 Berlin

Anfahrt
S-Bahn Linie 3 bis Köpenick und Tram 62 , 68 und Bus 165 bis Rathaus
S-Bahn Linie 47 bis Spindlersfeld und Tram 60, 61 und Bus 167 bis Schloßplatz oder Fußweg (10 Minuten)
S-Bahn Schöneweide und Bus 167 oder Tram 67 bis Rathaus

Fürs leibliche Wohl sorgt das:
Schlosscafé GmbH,
Schlossinsel 1
12557 Berlin-Köpenick
Telefon 030 / 65 01 85 85
info@schlosscafe-koepenick.de

Viel Spaß beim Erkunden wünscht Euch Kerstin

Filmtourismus und Lost Place – ehemaliges Männergefängnis Köpenick

Heute wieder ein Beitrag zum Thema „Filmtourismus“, der aber auch unter Lost Place laufen kann.

Am 1.12. 2015 lief auf Sat 1 „Mordkommission Berlin 1„, zum Film sagte der Sender:

„Das Berlin der Zwanziger Jahre ist eine pulsierende Metropole. Nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs suchen die Menschen ihr Glück bei Partys, in schillernden Varietés und Tanzlokalen. Sogenannte „Ringvereine“ dominieren die Welt des Verbrechens. Als Kommissar Paul Lang seinen Freund, Staatsanwalt Barnekow tot im Krokodilbecken des Tiergartens findet, scheint zumindest für ihn der Drahtzieher klar: Der Mord trägt ganz eindeutig die Handschrift von Immanuel Tauss, dem ehemaligen Kopf des Ganovenrings „Die Krokodile“. Doch Langs größter Kontrahent Tauss sitzt im Gefängnis … “ (sat 1.de)

Gedreht wurden einige der Gefängnisszenen in einem ehemaligen Männergefängnis in Köpenick.  Über den Besuch habe ich vor ein paar Monaten geschrieben. Hier der Bericht mit neuen Bilder.


2014 hatte ich zum ersten Mal von der Möglichkeit gehört ungewöhnliche Foto – Touren zu machen und die ins ehemalige Männergefängnis von Köpenick war meine erste. Man traf sich am Vormittag, es gab eine kleine Einführung und dann ging es los. Obwohl man viel Platz hatte, liefen sich die Teilnehmer ab und zu über den Weg. So konnte man feststellen, ob man alle Motive erwischt hatte. 🙂

IMG_9464

1899 wurde in Berlin-Köpenick mit dem Bau eines neuen Amtsgerichts und Gefängnisses begonnen, das dann zwei Jahre später eingeweiht wurde. Im Mai 1933 übernahm die SA das Gefängnis. Sie nutzte es als zentrale Haft- und Folterstätte in Köpenick. Während dieser als Blutwoche bekannten Zeit wurden Kommunisten, Andersdenkende und Juden in den Backsteingemäuern misshandelt und ermordet.

IMG_9463

Die DDR nutzte das Gebäude anfangs als Männer- Jugendgefängnis und später als Untersuchungshaftanstalt. 1964 übernahm das Fernsehen der DDR den Zellenbau und brachte hier einen Kostümfundus mit Schneiderei unter.

Seit den Achtzigern steht das Gebäude weitgehend leer. In einer Kellerzelle entstand 1980 eine Gedenkstätte für die Opfer der Köpenicker Blutwoche. Aus ihr ging 1993 die „Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Juni 1933“ hervor. Die Gedenkstätte und das ehemalige Gefängnis sind allerdings durch eine Glastür getrennt, so dass man nicht zwischen den Gebäudeteilen hin-und hergehen kann. Wer sich für die Gedenkstätte interessiert, kann auf die Webseite gehen. Ich habe mit der Canon und dem iPhone fotografiert. Ich habe absichtlich nicht stark nachbearbeitet. Mir ist natürlich klar, dass der HDR-Effekt die Art von Bildern toll aussehen läßt, aber …

Die Hipstamatic-Bilder sind aber auch sehr stimmungsvoll und vielleicht erinnert Ihr Euch an die Szenen im Fernsehfilm.

 

IMG_9454

IMG_9496

Ort:

Das Gefängnis ist nicht frei zugänglich, aber im gleichen Gebäude findet man eine Gedenkstätte. Deshalb deren Adresse:

Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Juni 1933
Puchanstraße 12
12555 Berlin

Telefon
+49 (30) 902 97-5671
Website
www.gedenkstaette-koepen…

Besuch beim „Hauptmann von Köpenick“

Wer kennt sie nicht – die Geschichte des weltberühmt gewordenen Kriminellen Wilhelm Voigt, der sich über die bürokratischen Hemmnisse beim Erlangen eines Passes hinwegzusetzen versucht. In der Uniform eines Hauptmann nutzt Voigt diese Autorität, um mit einigen auf der Straße angetroffenen Soldaten das Rathaus von Köpenick zu besetzen, den Bürgermeister zu verhaften und die Stadtkasse zu beschlagnahmen. Soweit das Drama von Carl Zuckmayer das nach dieser wahren Begebenheit entstanden ist und auf dem mehrere Filme beruhen. Besonders bekannt die Verfilmung mit Heinz Rühmann aus dem Jahr 1956 und die mit Harald Juhnke (1997). Das Rathaus in dem das alles passierte, steht im gleichnamigen Stadtbezirk im Osten Berlin und in Erinnerung an das Ereignis steht davor steht eine Statue des Hauptmanns.

Weiterlesen →