Rund um die Wilhelminenhofstraße in Oberschöneweide (1)

2004 kaufte Sven Herrmann zusammen mit einem Galeristen das Schauhallenareal und erhoffte damit einen Neubeginn für Oberschöneweide. Große Pläne – Namen wie Ai Weiwei und Bryan Adams wurden in der Presse genannt, nur wenig davon umgesetzt. Ai Weiwei sagte 2011 ab und Bryan Adams bietet Ateliers zum Verkauf an.

Der Spruch an der Wand – „Gib der Kunst Raum, dann wird sich die Schönheit ihrer Seele in Freiheit erfüllen“ – ein programmatisches Versprechen, dass noch eingelöst werden muss. Ich war wieder einmal dort und kann keine „großen“ Veränderungen feststellen. Da ich dort ein paar Jahre gelebt habe, erlaube ich mir die Wertung.

Fotografisch bietet die Gegend für Fans von Industriedenkmälern/Lost Place dagegen einiges.

 

Rad- und Fußgängerbrücke „Kaisersteg“

Die Brücke von 2007 mit charakteristischem Mittelpylon verbindet Niederschöneweide mit Oberschöneweide. Sie wurde dort errichtet, wo Regierungsbaurat Heinrich Müller-Breslau im Jahr 1900 eine filigrane Eisen-Fachwerk-Konstruktion über die Spree gesetzt hatte. Seine Brücke galt damals als Meisterleistung der Ingenieurkunst. Leider wurde sie in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs gesprengt.

 

 

Rund um den „Platz am Kaisersteg“ stehen alte Produktionshallen.

 

 

Auf der Straße Unter der Kranbahn sind Reste der alten TRO-Kranbahn zu besichtigen.

 

 

 

Gerade hier sind die Motive unendlich. Über die Hallen, in denen heute Ausstellungen stattfinden und dem Industriesalon berichte ich gesondert. Leider sind die Öffnungszeiten so begrenzt, dass ich nicht hineinkam.

Wer schnell ist, dem möchte ich die Fotoausstellung in den Reinbeckhallen empfehlen. Noch bis zum 10. August kann man dort Fotografdien von Sybille Bergemann sehen. Einfach toll.

 

Reinbeckhallen

Reinbeckstr. 9/10.

Fr.–So. 14–18 Uhr. Verlängert bis 10. August

 

Für Fans von Straßenbahnen – hier fährt sie häufig (wenn nicht gerade Bauarbeiten stattfinden) und man kann direkt vom S-Bahnhof Schöneweide zur Wilhelminenhofstraße fahren, aussteigen und laufen.

Lage:

Oberschöneweide liegt im nordwestlichen Teil des Bezirks Treptow-Köpenick am nördlichen Ufer der Spree. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Oberschöneweide mit der Straßenbahn zu erreichen. Durch Oberschöneweide fahren die Straßenbahnlinien M17, 21, 27, 37, 60 und 67.

Im Nordwesten verbindet den Ortsteil die Fähre F11 mit dem Ortsteil Plänterwald.

In Niederschöneweide befindet sich der S-Bahnhof Schöneweide, den der Großteil der Straßenbahnlinien bedient und der den Ortsteil mit dem Berliner Zentrum und dem Regionalverkehr verbindet. Die S-Bahnlinien S45, S46, S47, S8, S85 und S9 halten hier.

 

 

Filmtourismus und Lost Place – ehemaliges Männergefängnis Köpenick

Heute wieder ein Beitrag zum Thema „Filmtourismus“, der aber auch unter Lost Place laufen kann.

Am 1.12. 2015 lief auf Sat 1 „Mordkommission Berlin 1„, zum Film sagte der Sender:

„Das Berlin der Zwanziger Jahre ist eine pulsierende Metropole. Nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs suchen die Menschen ihr Glück bei Partys, in schillernden Varietés und Tanzlokalen. Sogenannte „Ringvereine“ dominieren die Welt des Verbrechens. Als Kommissar Paul Lang seinen Freund, Staatsanwalt Barnekow tot im Krokodilbecken des Tiergartens findet, scheint zumindest für ihn der Drahtzieher klar: Der Mord trägt ganz eindeutig die Handschrift von Immanuel Tauss, dem ehemaligen Kopf des Ganovenrings „Die Krokodile“. Doch Langs größter Kontrahent Tauss sitzt im Gefängnis … “ (sat 1.de)

Gedreht wurden einige der Gefängnisszenen in einem ehemaligen Männergefängnis in Köpenick.  Über den Besuch habe ich vor ein paar Monaten geschrieben. Hier der Bericht mit neuen Bilder.


2014 hatte ich zum ersten Mal von der Möglichkeit gehört ungewöhnliche Foto – Touren zu machen und die ins ehemalige Männergefängnis von Köpenick war meine erste. Man traf sich am Vormittag, es gab eine kleine Einführung und dann ging es los. Obwohl man viel Platz hatte, liefen sich die Teilnehmer ab und zu über den Weg. So konnte man feststellen, ob man alle Motive erwischt hatte. 🙂

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1899 wurde in Berlin-Köpenick mit dem Bau eines neuen Amtsgerichts und Gefängnisses begonnen, das dann zwei Jahre später eingeweiht wurde. Im Mai 1933 übernahm die SA das Gefängnis. Sie nutzte es als zentrale Haft- und Folterstätte in Köpenick. Während dieser als Blutwoche bekannten Zeit wurden Kommunisten, Andersdenkende und Juden in den Backsteingemäuern misshandelt und ermordet.

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Die DDR nutzte das Gebäude anfangs als Männer- Jugendgefängnis und später als Untersuchungshaftanstalt. 1964 übernahm das Fernsehen der DDR den Zellenbau und brachte hier einen Kostümfundus mit Schneiderei unter.

Seit den Achtzigern steht das Gebäude weitgehend leer. In einer Kellerzelle entstand 1980 eine Gedenkstätte für die Opfer der Köpenicker Blutwoche. Aus ihr ging 1993 die „Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Juni 1933“ hervor. Die Gedenkstätte und das ehemalige Gefängnis sind allerdings durch eine Glastür getrennt, so dass man nicht zwischen den Gebäudeteilen hin-und hergehen kann. Wer sich für die Gedenkstätte interessiert, kann auf die Webseite gehen. Ich habe mit der Canon und dem iPhone fotografiert. Ich habe absichtlich nicht stark nachbearbeitet. Mir ist natürlich klar, dass der HDR-Effekt die Art von Bildern toll aussehen läßt, aber …

Die Hipstamatic-Bilder sind aber auch sehr stimmungsvoll und vielleicht erinnert Ihr Euch an die Szenen im Fernsehfilm.

 

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Ort:

Das Gefängnis ist nicht frei zugänglich, aber im gleichen Gebäude findet man eine Gedenkstätte. Deshalb deren Adresse:

Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Juni 1933
Puchanstraße 12
12555 Berlin

Telefon
+49 (30) 902 97-5671
Website
www.gedenkstaette-koepen…

Blick auf die East Side Galerie

Manchmal nimmt man sie kaum noch wahr, die Berliner East Side Gallery. Die Autos rasen vorbei und es ist laut.
Ich habe mir etwas Zeit genommen, bin am Ostbahnhof ausgestiegen und das Stück bis zur Warschauer Straße gelaufen, dabei natürlich auch an „der“ Baustelle vorbeigekommen. Was daraus werden soll ? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei dem alleinstehenden Haus bleiben wird, so naiv kann man doch nicht sein.

Falls Ihr bald nach Berlin kommt, die Mauergalerie ist sehr sehenswert. Mit der S-Bahn kann man an der Station Ostbahnhof oder Warschauer Straße aussteigen. In beiden Fällen läuft man die Mauer ab. Wenn das Wetter besonders schön ist, sollte man an die Spree gehen und von dort die berühmte Oberbahnbrücke betrachten, Souvenirs kaufen oder eine Dampferfahrt machen. Wollt Ihr mehr wissen, dann fragt mich einfach. Vielleicht kann ich helfen.

Die Bilder habe ich im manuellen Modus und einem Weitwinkelobjektiv gemacht. Sie sind unterbelichtet damit man die Farben gut herausheben kann.

Hier lebe ich gern – Treptower Park

Ich werde demnächst wieder Berlin-Besucher „empfangen“ und im Laufe der Zeit habe ich schon einige Plätze in Berlin kennengelernt, die ich Euch gern weiterempfehlen möchte (plus a english translation at the end)

Anfangen möchte ich mit meinem derzeitigen Wohnbezirk Treptow. Ich war in der Vergangenheit bekannt für mein vieles Umziehen in Berlin. Mich hat das (früher) nie gestört, eine neue Wohnung war auch immer die Chance zur Veränderung. Neue Räume, eines Einrichten. Das ich so lange hier in Treptow bleiben würde, hätte ich damals nicht gedacht. Zuerst hat es mich in die Herkomerstrasse verschlagen, zu dieser Zeit war die weißrussische Botschaft noch eine Post. Aber die Wohnsituation war nicht so toll (lauter Mitbewohner) und so habe ich mir eine Dachgeschoßwohnung gesucht. Damals eine gute Gelegenheit, heute bin ich super froh sie zu haben. Hoffentlich kann ich noch lange hier wohnen, denn in den letzten Monaten sind leider auch hier die Preise angezogen, zum Teil um 25 %. (Kein Problem, wenn mein Gehalt auch ein wenig steigen würde.) Aber ich schweife ab, denn eigentlich geht es ja um touristische Tipps. 

Teptower Park

trepwow

Ausgangspunkt ist der S-Bahnhof Treptower Park (Ringbahn 41 bzw. 42). Sowohl das Kunstwerk „Molekule-Man“ als auch das russische Ehrenmal sind im Prinzip zu Fuß zu erreichen. Man sieht die große Metallfigur schon von weitem und kann sie von der Brücke oder auch vom Ufer fotografieren bzw. ansehen. Ich habe vor einer Weile ein paar Fotos gemacht, die Ihr hier sehen könnt


http://aufden2blick.wordpress.com/2012/11/11/molecule-man/

Läuft man an der Spree entlangt kommt man zur Arena, einer alten Fabrik die zu Konzerten oder anderen Veranstaltungen genutzt wird. Dort gibt es am Wochenende auch einen Flohmarkt. Im Sommer kann man sich auf dem Badeschiff erholen.

Das Fabrikgelände hat schon etwas, wenn Ihr mal schauen wohlt.

http://aufden2blick.wordpress.com/2012/11/13/garten-der-entschleunigungarena-2012/

Auf der anderen Seite der S-Bahnlinie oder der Brücke ist der Treptower Park. Man kann an der Spree entlanglaufen und wenn man Hunger hat, ein paar Kleinigkeiten essen.

Im Sommer starten hier die Schiffe der Weißen Flotte (der Ticketschalter ist ebenfalls dort, wenn sich spontan für eine Rundfahrt interessiert).

ehrenmal

Zum sowjetischen Ehrenmal läuft man rund 15-20 Minuten. Durch einen großen Torbogen mit deutschen und russischen Schriftzeichen kommt man auf das Gelände mit den Gräbern sowjetischer Soldaten und dem großen Denkmal – ein Soldat, der ein Kind auf dem Arm hält. Ich habe das Denkmal zum ersten Mal nach der Unterschrift auf meinen ersten Mietvertrag in Treptow gesehen und das verbindet. Ich gehe jedenfalls gern und oft dorthin. Dabei ist die Jahrezeit eigentlich egal, auch im Winter mag ich es sehr.

Falls Euch im Sommer nach viel grün ist, die Allee ist dort eindrucksvoll, oder?

http://aufden2blick.wordpress.com/2012/10/28/treptower-park-berlin/

Man sollte annehmen, dass es hier genug Restaurants oder Cafes gibt, aber weit gefehlt. Man man Glück hat, sind die Buden an der Spree geöffnet. Oder das kleine Cafe im Allianz-Tower.

Dann gibt es natürlich noch das Park-Center mit den üblichen Geschäften und einem McDonalds. Man sieht, dass auf diesem Gebiet noch Nachholbedarf besteht.

So, das ist der erste Teil meiner Berlin-Empfehlungen.

 

Here is the english translation: 

Since a few years I regularly get Berlin visitors. I usually try to provide some ideas what to do and where to go. To be more organized I’ll put together some recommendations here on the Blog, just in case and for future reference.

 I would like to start with my current living area Treptow. In the past I was known for moving /relocate in Berlin. I was never bothered about it, a new house was always the opportunity for change. New rooms, new set up. That I would stay here for so long I would neverhave thought at the time. But even in this area I moved around. First I lived in the Herkomerstrasse, at that time, the Belarusian embassy was still a Post office. But the housing situation was not great (loud neighbors) and I looked around for a top floor apartment. At that time a good opportunity came around and today I am super happy to have my present place. Because in the last few months, unfortunately, the rentalprices increased, in some cases by 25%. (Not a problem if my salary would also increase slightly.) But I digress, because actually it’s all about tourist tips.

 The starting point is the S-Bahn station Treptower Park (Circle Line 41 and 42). Both recommendations, the „Molecules-Man“ and the Russian war memorial are basically within walking distance.

You can see the large metal figure from afar, and so you can takes pictures from the bridge or from the bank of the river Spree. I did a while ago, took some photos, which you can see here

 http://aufden2blick.wordpress.com/2012/11/11/molecule-man/

 When you walk along the bank of the river Spree there is the „Arena“, an old factory which is used for concerts or other events. There is also a flea market on the weekend. In summer you can relax on the swimming pool (a former boat)

 The factory photos you can see here.

 http://aufden2blick.wordpress.com/2012/11/13/garten-der-entschleunigungarena-2012/

 On the other side of the S-Bahn or the bridge of the Treptower Park you also can walk along the Spree and if you are hungry, eat a few little things.

 In summer, the boats of the White Fleet start here (the ticket office is also there for spur of the moment interest in a tour).

 The walking distance for the Soviet memorial is around 15-20 minutes. Through a large archway with German and Russian characters you get in the area with the graves of Soviet soldiers and the great monument – a soldier holding a child in her arms. I have seen the monument for the first time after signing my first lease in Treptow and it struck a chord . I enjoy it very much and come here frequently. Here, the season does not really matter, even in the winter I like it a lot.

If you like green in the summer, the avenue there is impressive, right?

http://aufden2blick.wordpress.com/2012/10/28/treptower-park-berlin/

 One would assume that there are enough restaurants and cafes, but far from it. You’re lucky, when some kiosk on the Spree are open. Or the little cafe in the Allianz Tower.

 Then of course there is the Park (Shopping) Centre with the usual shops and a McDonalds.

If I had money I would like to open a nice place for coffee, cakes and more here – but thats just a day dream.

So, that is the first part of my Berlin-recommendations.

 Thanks to Marja for helping with the translation !