Zurück ins Jahr 2014 – das Kaufhaus Jandorf als Ausstellungsort

Ich habe überlegt, ob ich diesen Ort in die Sammlung aufnehme, aber als historischer Ort der Kunstszene nach der Wende verdient er es auf jeden Fall.
Allerdings ist Berlin auf dem Weg sich selbst kaputt zu machen oder besser gesagt, die Leute mit Geld oder die Leute, die immer mehr verdienen wollen.
Warum ?
Diese historische Location für Kunst-Events, Messen und exklusive Partys gehört den Erben des vormaligen Besitzers und der hat sie nun verkauft. So wird das denkmalgeschützte Gebäude im Messel-Stil nun sehr aufwendig saniert und ein Autokonzern zieht als Dauermieter ein. Ob man danach etwas von der historischen Substanz des Gebäudes wiederfindet ? Wer überhaupt noch Zugang hat ? Man weiß es nicht.

Ich habe noch ein paar Bilder gefunden, die ich 2014 gemacht habe. Der Anlass war die Kunstmesse: POSITIONS BERLIN – 18. – 21. September 2014.
Die Bilder entstanden mit dem iPhone und der Hipstamatic App. Damit habe ich viel experimentiert und fand es für den Ort ganz passend 🙂

Adresse:
Kaufhaus Jandorf
Brunnenstraße 19–21
Berlin

– Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/28645644 ©2017

Rund um die Wilhelminenhofstraße in Oberschöneweide (1)

2004 kaufte Sven Herrmann zusammen mit einem Galeristen das Schauhallenareal und erhoffte damit einen Neubeginn für Oberschöneweide. Große Pläne – Namen wie Ai Weiwei und Bryan Adams wurden in der Presse genannt, nur wenig davon umgesetzt. Ai Weiwei sagte 2011 ab und Bryan Adams bietet Ateliers zum Verkauf an.

Der Spruch an der Wand – „Gib der Kunst Raum, dann wird sich die Schönheit ihrer Seele in Freiheit erfüllen“ – ein programmatisches Versprechen, dass noch eingelöst werden muss. Ich war wieder einmal dort und kann keine „großen“ Veränderungen feststellen. Da ich dort ein paar Jahre gelebt habe, erlaube ich mir die Wertung.

Fotografisch bietet die Gegend für Fans von Industriedenkmälern/Lost Place dagegen einiges.

 

Rad- und Fußgängerbrücke „Kaisersteg“

Die Brücke von 2007 mit charakteristischem Mittelpylon verbindet Niederschöneweide mit Oberschöneweide. Sie wurde dort errichtet, wo Regierungsbaurat Heinrich Müller-Breslau im Jahr 1900 eine filigrane Eisen-Fachwerk-Konstruktion über die Spree gesetzt hatte. Seine Brücke galt damals als Meisterleistung der Ingenieurkunst. Leider wurde sie in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs gesprengt.

 

 

Rund um den „Platz am Kaisersteg“ stehen alte Produktionshallen.

 

 

Auf der Straße Unter der Kranbahn sind Reste der alten TRO-Kranbahn zu besichtigen.

 

 

 

Gerade hier sind die Motive unendlich. Über die Hallen, in denen heute Ausstellungen stattfinden und dem Industriesalon berichte ich gesondert. Leider sind die Öffnungszeiten so begrenzt, dass ich nicht hineinkam.

Wer schnell ist, dem möchte ich die Fotoausstellung in den Reinbeckhallen empfehlen. Noch bis zum 10. August kann man dort Fotografdien von Sybille Bergemann sehen. Einfach toll.

 

Reinbeckhallen

Reinbeckstr. 9/10.

Fr.–So. 14–18 Uhr. Verlängert bis 10. August

 

Für Fans von Straßenbahnen – hier fährt sie häufig (wenn nicht gerade Bauarbeiten stattfinden) und man kann direkt vom S-Bahnhof Schöneweide zur Wilhelminenhofstraße fahren, aussteigen und laufen.

Lage:

Oberschöneweide liegt im nordwestlichen Teil des Bezirks Treptow-Köpenick am nördlichen Ufer der Spree. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Oberschöneweide mit der Straßenbahn zu erreichen. Durch Oberschöneweide fahren die Straßenbahnlinien M17, 21, 27, 37, 60 und 67.

Im Nordwesten verbindet den Ortsteil die Fähre F11 mit dem Ortsteil Plänterwald.

In Niederschöneweide befindet sich der S-Bahnhof Schöneweide, den der Großteil der Straßenbahnlinien bedient und der den Ortsteil mit dem Berliner Zentrum und dem Regionalverkehr verbindet. Die S-Bahnlinien S45, S46, S47, S8, S85 und S9 halten hier.

 

 

Ein ländliches Hofcafé mitten in Berlin

Der Streik der Lokführer brachte einige Reisepläne durcheinander und selbst wenn man in Berlin etwas unternehmen wollte, war das nicht einfach. Ich habe versucht das Beste daraus zu machen, mich einfach in den Bus gesetzt und zur „Späth’schen Pflanzenwelt“ gefahren.

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Das kleine Café gibt es erst seit ein paar Jahren, nebenan kann man in einem Hofladen einkaufen. Dort gibt es u.a. Apfelsaft aus der Mosterei und viele Bio-Produkte aus der Region, geöffnet täglich von 10-18h und am Wochenende von 10-17h.

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Wenn man Lust hat, kann man sich auch in der Baumschule und im Arboretum umsehen. Gerade im Herbst ist es wunderschön dort, hier ein kurzer Blick in den Garten.

Ich hoffe, dass Ihr auch viel Spaß mit dem Wochenende hattet. Es wäre schön, wenn das Wetter so bleibt (leider sagt der Wetterbericht etwas anderes), denn ich habe Urlaub. Wenn Ihr das Cafe und den Laden besuchen wollt, hier die Adresse:

Adresse:
Späthstraße 80/81
12437 Berlin

Öffnungszeiten:
Mi, Do, Sa, So, Feiertage
10:00 bis 18:00 Uhr

(vom 1. April bis 31. Oktober)

Anfahrt:
S-Bahn Baumschulenweg, U-Bahn Blaschkoallee,
Bus 170, 265 bis Baumschulenstraße/Königsheideweg
Autobahn Abfahrt Späthstraße

Franz Späth gründete im 19. Jahrhundert seine Baumschule, die zu den Größten der Welt gehörte. Später kamen ein Arboretum und ein Herrenhaus hinzu. Zu DDR-Zeiten war das alles in Volkseigentum übergangen, nach der Wende wurde das Gelände zurück-übertragen.

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Der „Nök“ am Karpfenteich in Treptow

Wie manch ein Spaziergänger am Treptower Karpfenteich „überraschte“ mich diese Plastik, die ich zum ersten Mal vor ein paar Wochen gesehen habe. Kaum zu glauben, vielleicht auch weil sie nicht direkt am Weg liegt. Die Statue mit dem Namen „Meeresgrund“ wurde 1907 aufgestellt und stammt von Otto Petri. Vor ein paar Jahren hatte man ihr den Kopf abgeschlagen, nach ihrer Sanierung ist sie wieder komplett und kann vom Ufer aus bestaunt werden.

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Nöck, das ist eine Art von Wassermann, der trotz seines Aussehens nicht böse ist. „Der Nök schwamm zu dem Mädchen, nahm die Ohnmächtige in seine Arme und bettete sie auf einen großen Steinhügel im Schilf. Er beobachtete das Schäfermädchen und war glücklich wie nie in seinem Leben, weil er seiner Geliebten so nahe sein durfte.“ Diese Sätze sind stammen aus einer kleinen Erzählung von Käthe Wetzel (Der Nök vom Treptower Karpfenteich), wer möchte, kann sie hier nachlesen.

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Der Karpfenteich, in dem sie liegt, befindet sich im Treptower Park südlich des Sowjetischen Ehrenmals. Er wurde im Zuge der Parkgestaltung vom Berliner Gartenarchitekten Gustav Meyer Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und ist eine kleine Idylle, leider zum Teil zum Hundegebiet mutiert. Im Teich gibt es seit dem kalten Winter vor ein paar Jahren keine Karpfen mehr, 2010 begann man mit den Aussetzen von Hechten und Schleien. Ich erwähne das nur, weil ich immer wieder gefragt werde, ob es dort Karpfen gibt – nein, nicht mehr 🙂

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Aber es gibt auch andere Dinge zu entdecken.

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Wenn ich mir die Fotos ansehe – Natur pur, aber im Sommer ist es wirklich so grün. Wenn Ihr am Ehrenmal seit, denn geht einfach ein paar Meter weiter und schaut Euch das Ganze selbst an. Es lohnt sich.

Ich wohne ein paar Meter neben dem Karpfenteich, wenn Ihr Fragen zu der Gegend habt, ich helfe gern.

Kerstin

Schloss Köpenick

Das Köpenicker Schloss ist noch kein Touristenmagnet, vielleicht weil es nicht im Zentrum der Stadt liegt. Dabei kann man es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen – die S-Bahn-Station ist Spindlersfelde Ost, ansonsten geht es mit der Straßenbahn oder dem Bus direkt zum Schloßplatz.

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Der dreigeschossige Barockbau (1677-1682), auf der Schloßinsel gelegen, hat eine wechselvolle Geschichte. So war es Depot für die preußische Armee, Staatsgefängnis, Lehrerseminar. Seit 1963 befindet sich das Kunstgewerbemuseum darin. Der Schloßpark ist auf drei Seiten von der Dahme umgeben und wunderschön angelegt. Mit seinen Bäumen, darunter eine über 350 Jahre alte Flatterulme sowie Schwarznuß- und Tulpenbäumen, ein Ginko- und ein Mammutbaum sowie Magnolien und die vielen Rhododendronbüschen lädt er zu allen Jahreszeiten zu einem kleinen Rundgang ein.

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Von 1998 bis 2003 wurde das Schloß saniert und Ende Mai 2004 wieder eröffnet. Das Kunstgewerbemuseum Berlins beherbergt zahlreiche wertvolle Ausstellungsstücke.

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Motive:
Das Schlossgebäude mit dem wundervollen Park, in dem man außerdem verschiedene Statuen und Kunstwerke aus DDR-Zeiten findet.
Die von Johann Arnold Nering 1683-1685 erbaute Schlosskapelle, gilt als erster protestantischer Sakralbau der Mark Brandenburg.

Wo:
Schloss Köpenick, Schlossinsel, 12557 Berlin

Anfahrt
S-Bahn Linie 3 bis Köpenick und Tram 62 , 68 und Bus 165 bis Rathaus
S-Bahn Linie 47 bis Spindlersfeld und Tram 60, 61 und Bus 167 bis Schloßplatz oder Fußweg (10 Minuten)
S-Bahn Schöneweide und Bus 167 oder Tram 67 bis Rathaus

Fürs leibliche Wohl sorgt das:
Schlosscafé GmbH,
Schlossinsel 1
12557 Berlin-Köpenick
Telefon 030 / 65 01 85 85
info@schlosscafe-koepenick.de

Viel Spaß beim Erkunden wünscht Euch Kerstin

Sonnenuntergang von der Elsenbrücke

Hintergrund

Die Elsenbrücke in Berlin ist eine Straßenbrücke, die die beiden Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick miteinander verbindet.  Daneben befinden zwei weitere Brücken, die Ringbahnbrücke für den S-Bahn- und Fernbahnverkehr und die Parkwegbrücke für Fußgänger.

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Die Spur der Yogi-Männchen

„Einfach Freude verbreiten!“ Womit ?

Den kleine Figuren, die auf Straßenlaternen und Schildern turnen. Ich habe diese Figuren vor zwei Jahren zum ersten Mal gesehen und mir nichts dabei gedacht, aber inzwischen weiß ich, das sind Street-Yogis.

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Die kleinen Korkmännchen stammen von dem Künstler Josef Foos, der die Figuren selbst weit oben platziert (auch damit sie nicht verschwinden).

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„Viele sehen die Figuren auch gar nicht“, stellte Foos fest (mir fallen sie oft beim Warten an der Ampel auf, so hat das rote Licht auch einen Vorteil).
„Am Anfang hatte ich wahrhaftig Bedenken, ob die Menschen mich für einen Verrückten halten“, sagt Josef Foos. „Aber nach den ausschließlich positiven Rückmeldungen und dem Lächeln vieler Leute, wenn sie die Street-Yogis entdeckt haben, habe ich den Gedanken schnell wieder verworfen.“
Über die Jahre haben sich die Street-Yogis weiterentwickelt. So sind die Füße größer geworden, damit die Figuren einen besseren Stand haben. Zuletzt haben sie auch ein Gesicht bekommen.
Warum er das alles macht? „Natürlich projiziere ich mich dadurch selbst. Aber vor allem fasziniert mich Street Art, seit ich sie entdeckt habe.“ Es sei eine besondere Art, sich auszudrücken. „Auch Vorgärten, die Farbe der Hauswand oder Fenster sind Street Art.“
Dabei ist Foos, klar, dass Graffiti oder gemalte Bilder fremdes Eigentum beschädigen und zu Ärger führen können. Seine Kunst hingegen wird eher toleriert. Sie ist einfach zu beseitigen, selbst das Ordnungsamt stimmt ihm da zu und läßt ihn zum Glück gewähren. Ich freue mich immer, wenn ich ein neues Yogi-Männchen entdecke. Habt Ihr auch schon welche entdeckt.

Heute gesehen :

Denkmal Rosenstraße

Hintergrund

Vielleicht kennt Ihr den Film „Rosenstraße“ mit Katja Riemann (Regisseurin Margarethe von Trotta)? Das Drama basiert auf dem so genannten Rosenstraße-Protest. Etwa 1.500 bis 2.500 jüdische Männer, die in »Mischehen« lebten oder »Mischlinge« waren, brachte die Gestapo in einem Gebäude der ehemaligen Sozialverwaltung der jüdischen Gemeinde in der Rosenstraße unter. Beispiellos in der Geschichte des »Dritten Reiches«, versammelten sich im Laufe der Woche immer mehr nichtjüdische Ehefrauen, Familienangehörige und Freunde. Lautstark forderten sie die Freilassung der Männer. Die Protestierenden in der Rosenstraße ließen sich nicht einschüchtern und nach mehreren Tagen begann die Gestapo schließlich damit, einige hundert Gefangene nach einer genauen Überprüfung freizulassen.
Bis Ende der 1980er Jahre war der Frauenprotest in der Rosenstraße kaum in der Öffentlichkeit bekannt.

Motive

Das Denkmalensembles »Block der Frauen« stammt von der Künstlerin Ingeborg Hunzinger. Diese hatte das Denkmal bereits in den 1980er Jahren entworfen, zu DDR-Zeit konnte es jedoch noch nicht realisiert werden. 1995 ermöglichte der Berliner Senat die Aufstellung des Denkmalensembles »Block der Frauen« der Künstlerin Ingeborg Hunzinger. Das Denkmal ist gut zugänglich, es gibt verschiedene Perspektiven zu fotografieren. Aber entscheidend ist es, die Botschaft des „Blocks der Frauen“ einzufangen.

 

Öffnungszeiten

Jederzeit zugänglich

Adresse

Die Skulpturengruppe befindet sich am Ort des ehemaligen jüdischen Verwaltungsgebäudes, in dem die Gestapo die Gefangenen festhielt.

Denkmal Rosenstraße
Rosenstraße 1-2
10178 Berlin

Anfahrt

Mit der S-Bahn zum Hackeschen Park, von dort nur wenige Meter

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